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Testbericht von Hendrik Epping - Focus-Rapiro Team -

08.06.2017
Testbericht von Hendrik Epping - Focus-Rapiro Team -

Testbericht von Hendrik Epping - Focus-Rapiro Team -

Testbericht Osymetric Kettenblatt 34t narrow-wide:

Mein Name ist Hendrik Epping, ich bin zwanzig Jahre alt, Student aus Freiburg im Breisgau und Mountainbiker für das Focus RAPIRO Racing Team. Ich fahre nun seit knapp neun Monaten Osymetric-Kettenblätter, sowohl im Training, als auch in Cross-Country Rennen, wie der internationalen MTB-Bundesliga und bei Marathonveranstaltungen. Aufmerksam geworden auf die Marke Osymetric bin ich auf der Eurobike-Messe im vergangenen Jahr. Dort konnte ich die seltsam geformten Kettenblätter zum ersten Mal auf einem Ergometer testen. Das Fahrgefühl war zunächst ein wenig verwunderlich. Als mir der Chefentwickler danach von den Vorteilen seines Produkts gegenüber runden Kettenblättern erzählte, war ich zunächst beeindruckt, gleichzeitig aber auch ein wenig skeptisch. Da jedoch mein damals montiertes (rundes) Kettenblatt verschlissen war und mich die Sache mit den mehr oder weniger ovalen Blättern ein wenig neugierig gemacht hatte, bestellte ich mir ein Osymetric-Blatt. Der folgende kurze Bericht bezieht sich auf eine Dauer von knapp neun Monaten, an einem Focus Raven 29-Zoll Hardtail mit SRAM XX1.

Montage:

Absolut problemlos, da die Löcher am Spider der XX1-Kurbel nicht symmetrisch angeordnet sind und es dementsprechend nur genau eine Möglichkeit gibt da Kettenblatt zu montieren. Eine falsche Montage (großer Radius an der falschen Stelle) kann also ausgeschlossen werden. Die Gewinde sind sauber gefräst (bei der SRAM XX1-Kurbel werden die Kettenblattschrauben nur durch den Spider gesteckt. Verschraubt werden sie letztendlich im Kettenblatt selber), die Schrauben halten bisher tadellos.

Erster Fahreindruck:

Ich wurde im Laufe des Jahres öfters gefragt, wie es sich denn anfühle mit „so einem krummen Teil“ zu fahren. Ich muss gestehen, die ersten ein bis zwei Stunden mit dem neuen Kettenblatt fühlten sich sehr komisch an. Ich selber würde das Gefühl in etwa so beschrieben, als wenn bei einem runden Blatt bei jeder halben Kurbelumdrehung ganz kurz die Bremse gezogen würde. Das ist der Moment, an dem der große Radius des Osymetric-Kettenblattes die Kette greift. Es dauert dann, wie beschrieben, eine kurze Zeit, bis man seinen Tritt an die Form angepasst hat. Vor allem kurze, schnelle Antritte fühlen sich ein wenig unsicher an zunächst.

Zur Narrow-Wide-Technology:

Das Standard-Kettenblatt für die SRAM XX1-Gruppe verfügt über eine besondere Anordnung der Zähne, sodass die Schaltung, obwohl lediglich ein Kettenblatt montiert, ein Umwerfer somit überflüssig, ist ohne Kettenführung gefahren werden kann, ohne dass die Kette herunter fällt. Besonders hierbei war ich gespannt, ob das Osymetric-Blatt mit dem Standardprodukt mithalten kann. Zu Beginn, muss ich sagen, fiel die Ketten überdurchschnittlich häufig herunter. Dies hängt vermutlich eng zusammen mit folgendem Umstand: Dadurch, dass beim großen Radius des 34er- Blattes mehr Zähne die Kette greifen, als es beim runden Kettenblatt der Fall ist, ist man gezwungen die Kette ein wenig länger zu lassen, als man es vermutlich bei einem runden Blatt tun würde. Ich hatte zu Anfang die Kette schlichtweg zu lang. Nachdem ich die Kette einige Male verloren hatte und feststellen musste, dass es das Schaltwerk nicht schafft die Kette genügend unter Spannung zu halten, kürzte ich sie um zwei Glieder. Seitdem funktioniert es einwandfrei und selbst auf teilweise sehr ruppigen Trails (mit dem Hardtail) bleibt die Kette auf dem Kettenblatt. Die Kette muss vielleicht ein wenig kürzer gefahren werden, als man es sich zunächst ausmalt.

Fahreindruck im Gelände: Wo liegen die Vorteile?

Speziell im Gelände hat das Osymetric-Kettenblatt für mich in erster Linie zwei riesen großen Vorteile. Zunächst einmal abgesehen von den Vorteilen in Bezug auf die generierte Wattleistung; dazu komme ich später. 1. In steilen Anstiegen mit sehr losem Untergrund. Das Problem ist den meisten Bikern durchaus bekannt. Der Schotteranstieg wird immer steiler und steiler und irgendwann wird er so steil, dass er nicht mehr fahrbar ist. Der begrenzende Faktor ist dabei häufig nicht die fehlende Kraft beim Fahrer, sondern die nicht mehr ausreichende Traktion am Hinterrad (das Hinterrad „rutscht durch“). In solchen Situationen hilft das oval geformte Blatt enorm, da es dafür sorgt, dass in jeder halben Kurbelumdrehung nicht zu viel Druck auf dem Pedal ist, sodass das Hinterrad den Halt verliert. Das Phänomen wird noch einmal deutlicher, wenn man probiert den Anstieg im Stand zu fahren, also das Gewicht noch mehr vom Hinterrad weg verlagert. Gerade in XC- Rennen, in denen Anstiege, wenn möglich immer im Stand gefahren werden, um die größtmögliche Leistung aufs Pedal zu bringen, bringt das Kettenblatt deutliche Vorteile. Wenn meine Mitstreiter am Anstieg im Sitzen fahren müssen, um die Traktion am Hinterrad am steilen Anstieg nicht zu verlieren, kann ich immer noch im Stand fahren und somit allein dadurch, dass ich mein Körpergewicht besser einsetzen kann 30-40 Watt mehr generieren. 2. An sehr steilen Anstiegen, die sonst geschoben werden müssten. An extrem steilen Uphills mit festem Untergrund, die allerdings so steil sind, dass sie (für runde Kettenblätter) unfahrbar sind, spielt das Osymetric-Blatt seine zweite Stärke aus. Jedes Mal, wenn man denkt: „Jetzt wird es zu steil! Die Trittfrequenz ist schon so niedrig“ greift der kleinere Durchmesser des Blattes die Kette und sorgt somit für einen „kleineren Gang“, wenn auch nur eine halbe Kurbelumdrehung lang. Dieses Gefühl ist einmalig. Man hat ständig, den Eindruck, man müsste absteigen, da die Trittfrequenz zu niedrig wird und plötzlich kann man doch weitertreten.

Was sagt der Leistungsmesser?

Das letztendlich ist der entscheidende Punkt, denke ich. Sorgt ein Osymetric-Kettenblatt dafür, dass ich bei gleicher Anstrengung mehr Leistung aufs Pedal bringen kann, folglich schneller bin? Diese Frage ist auf dem Mountainbike natürlich nicht allzu leicht zufriedenstellen zu beantworten. Auf dem Rennrad kann ich eine zuvor abgesteckte Strecke zunächst mit einem runden Blatt fahren, zwei Tage später dasselbe erneut mit dem Osymetric-Kettenblatt und da die Bedingungen auf der Straße annähernd immer gleich sind, lassen sich aussagekräftige Ergebnisse erzielen. Auf dem Bike, wo auch bergauf immer wieder technische Fertigkeiten gefordert sind und die Umweltbedingungen einen deutlich größeren Einfluss auf die Strecke haben, ist dies nicht so leicht. Aus diesem Grund bin ich eine Art Vergleichstest ebenfalls auf der Straße gefahren. Es handelte sich um einen klassischen CP20-Test am Ende der Saison 2016. 316W waren möglich unter vollkommener Auslastung und rundem Kettenblatt. Eine Wochen später dasselbe noch einmal, bei nahezu gleicher Vorbereitung, mit Osymetric-Kettenblatt. Das Ergebnis 339W. Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es einer Menge Faktoren bedarf, welche zusammenspielen müssen. Ich habe bei dem Test probiert so gut, wie möglich gleiche Voraussetzungen zu schaffen. Dies wird mir sicherlich nicht vollkommen gelungen sein, doch aus meiner Sicht sind die Zahlen mehr als aussagekräftig.

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